Eine behind the scenes-Satire über die Verfilmung eines Weltbestsellers
Von Nora Abdel-Maksoud.
Uraufführung 27. März 2026, Münchner Kammerspiele. Im Repertoire.
Kulturkämpfe sind Kassenschlager. Nicht nur ideologisch. Es liegt also nahe, dass sich Filmregisseurin Gordon dem vermeintlichen Tugendterror woker Minderheiten widmet. Mit ihrer nicht un-überspanntem Filmcrew wagt sie sich an eine Neuverfilmung von George Orwells Klassiker „1984“: Ein dystopischer Weltbestseller über eine totalitäre Gesellschaft und einen verunsicherten Helden, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei.
Mit „The Sequel“ veröffentlichte die Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud im Jahr 2018 eine scharfe Analyse des Diskurses um Political Correctness und Identitätspolitik. Doch das war lange vor dem Genderverbot an deutschen Behörden und dem Antidiversitätskurs in den USA.
Nach den mehrfach ausgezeichneten Theaterstücken „Jeeps“ und „Doping“, die als Auftragswerke an den Münchner Kammerspielen entstanden sind, prüft Nora Abdel-Maksoud rechte Diskurstrategien auf ihr komödiantisches Potenzial und katapultiert in „Wokey Wokey“ ein überfordertes Filmteam mitten hinein in die Debatten unserer Zeit.
Der Clou bei Abdel-Maksoud ist, dass das Entscheidende im Bildausschnitt liegt. Immer wieder verschiebt sich der Rahmen des bunt geleuchteten Bühnenkastens (Bühne Moïra Gilliéron), lässt ein und dieselbe Szene nochmal in neuem Zusammenhang erscheinen. (Welt)
Mit Eva Bay, Johanna Eiworth, Stefan Merki, Vincent Redetzki, Maren Solty Regie Nora Abdel-Maksoud Bühne Moïra Gilliéron Kostüm Katharina Faltner Musik Enik Choreographie Johanna Lemke Dramaturgie Nora Haakh, Anna Laner Künstlerische Mitarbeit Eva Bay
Fotocredit (c) Judith Buß / Münchner Kammerspiele

